Freizeit und Reise

1975 wurde das Glasmuseum Frauenau gegründet. (Foto: obx-news/Florian Eichinger)

24.03.2025

Das "Gläserne Herz" des Bayerwalds

Vor 50 Jahren wurde das Glasmuseum Frauenau gegründet

Frauenau gilt als "Gläsernes Herz" des Bayerischen Waldes und der jahrhundertealten Kultur des Glases in der Region zugleich. Dieses Erbe neu befruchten und die zukunftsfähigen Potenziale der Glastradition zu erkennen und zu nutzen: das sind Ziel und Auftrag des 1975 gegründeten Glasmuseums Frauenau, das in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert.

Auf rund 1300 Quadratmetern entwickelten Kulturwissenschaftler von 1999 bis 2005 eine vielschichtige, szenische Dauerausstellung, untergebracht in einem architektonisch bewegten Rundbau. Das neue, 2005 eingeweihte Museum mit seinen mehr als 5.000 Exponaten sieht sein Anliegen nicht nur in der Präsentation seiner Sammlung von Gläsern aus zwei Jahrtausenden - aus den Glasregionen des Bayerischen Waldes, Europas und der Welt. In der engen Verklammerung von Architektur, Ausstellungsinhalt und Innengestaltung, der Einbindung der Glasexponate in ihre gesellschaftlichen und menschlichen Zusammenhänge entstand ein Gesamtkunstwerk. Das Glasmuseum wurde vielfach gewürdigt: unter anderem mit der Auszeichnung mit dem Glasstraßenpreis und der Nominierung für den Bayerischen Museumspreis. Für Kinder besteht die Möglichkeit, in der Museumswerkstatt selbst kreativ zu werden. Bei Führungen können sich Besucher zudem beispielsweise über Nuppenbecher, Schnupftabakbixl, den Eisernen Mann oder die Frage, warum manche Gläser wie von Geisterhand leuchten, informieren.

Spektakulär: "Die Gläsernen Gärten"
Wie riesengroße Seifenblasen prangen heute 126 durchsichtige Rundkolben an der Fassade des Glasmuseums in Frauenau. Nur ein paar Meter daneben liegt ein überdimensioniertes Herz wie zufällig im Gras - blutrot und aus dünnem Flachglas anatomisch perfekt zusammengefügt. Die beiden Kunstwerke schlagen die Brücke vom Glasmuseum hin zu den Gläsernen Gärten von Frauenau.

Auf insgesamt 20.000 Quadratmetern landschaftsplanerisch gestalteten Flächen rund um das Glasmuseum, auf den Arealen der Glashütten Poschinger und Eisch sowie an der Flanitz-Aue entstand der weltweit erste gläserne Skulpturenpark mit Installationen. 27 international renommierte Künstler aus acht europäischen Ländern haben mit ihren monumentalen Werken aus Glas und weiteren Materialien das weitläufige Areal der Gläsernen Gärten auf eindrucksvolle Weise gestaltet. Poesie, Transparenz und Raumerlebnis, Abbild und Realität verschmelzen in diesen Projekten zu einem besonderen Erlebnis.

Ein erholsamer Spaziergang wird zur Reise in eine faszinierende Welt: Die "Gläsernen Gärten" zeigen die nahezu unendlichen künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten mit dem Werkstoff Glas auf. Faszinierend obendrein: Zu jeder Jahreszeit präsentiert sich der Skulpturenpark anders. Am Eingang begrüßt ein gläserner Baum des tschechischen Meisterglasmachers Petr Novotny die Gäste, dynamisch in der Silhouette, in der Nacht markant leuchtend.

Ein Sinnbild für die Schöpfung: Die Gläserne Arche
Vor dem Glasmuseum Frauenau finden Besucher ein weiteres spektakuläres Objekt: eine Gläserne Arche, ein fünf Meter langes und rund drei Tonnen schweres Schiff aus Glas, zusammengesetzt aus 480 miteinander verbundenen Glasscheiben. Genauer gesagt handelt es sich dabei um die "Glasarche II". Die "Glasarche I", ein Gemeinschaftsprojekt deutscher und tschechischer Künstler, steht nach einer mehrjährigen Reise durch das "Waldmeer" beiderseits der bayerisch-böhmischen Grenze heute am Berg Lusen. Nach der Rückführung der Glasarche an den Fuß des Lusengipfels, den Ausgangspunkt ihrer Reise, wurde die zweite Glasarche angefertigt, die heute Teil der Gläsernen Gärten in Frauenau ist. (obx)

Informationen: www.glasmuseum-frauenau.de.

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll der Mindestlohn per Gesetz auf 15 Euro erhöht werden?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2024

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2025

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 29.11.2024 (PDF, 19 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.